Was der Berliner Stromausfall über Ihre Versorgungssicherheit in der Eifel verrät
Anfang Januar 2026 erlebten über 45.000 Haushalte im Berliner Südwesten einen Stromausfall – mitten im Winter, mitten in der Hauptstadt. Was als Brandanschlag auf eine Kabelbrücke begann, wurde zum längsten Stromausfall der Berliner Nachkriegsgeschichte. Eine unbequeme Wahrheit: Selbst in deutschen Metropolen ist die Stromversorgung nicht so sicher, wie viele glauben. Während Haushalte ohne Licht, Heizung und Internet dastanden, lief in einigen Häusern mit Photovoltaikanlagen das Leben einfach weiter. Der Unterschied? Eine durchdachte Notstromversorgung.
Was viele nicht wissen: In ländlichen Regionen wie der Eifel ist das Risiko für Stromausfälle statistisch höher als in Ballungsräumen. Längere Leitungswege, weniger Redundanzen im Netz und Wetterereignisse machen die Versorgung anfälliger. Wenn hier der Strom ausfällt, dauert es oft länger, bis Techniker vor Ort sind. Dieser Artikel zeigt Ihnen, warum eine PV-Anlage allein bei Stromausfall nicht hilft und welche technischen Lösungen Sie wirklich unabhängig machen.
Bestandsanlagen: Warum Ihre PV-Anlage bei Stromausfall nicht funktioniert
Viele Hausbesitzer glauben, dass ihre Photovoltaikanlage sie bei einem Stromausfall automatisch weiterversorgt. Schließlich produziert die Anlage doch Strom warum sollte der nicht nutzbar sein?
Die Realität sieht jedoch anders aus.
Der VDE-Schutz: Sicherheit, die zum Problem wird
Aus Sicherheitsgründen müssen PV-Anlagen bei einem Stromausfall automatisch abschalten. Dieser sogenannte Netz- und Anlagenschutz nach VDE-AR-N 4105 verhindert, dass Ihre Anlage bei Wartungsarbeiten am Netz Strom ins öffentliche Netz einspeist und damit Arbeiter gefährdet.
Das ist wichtig und richtig – bedeutet aber: Sobald das öffentliche Netz ausfällt, schaltet Ihr Wechselrichter ab. Selbst bei strahlendem Sonnenschein steht Ihre Anlage still.
Die Lösung: Ersatzstrom- oder Notstromfunktion nachrüsten
Wenn Sie bereits eine PV-Anlage besitzen, gibt es drei Wege zur Ersatz- oder Notstromversorgung:
1. Ersatzstrom ohne Batterie
Die einfachste Variante ist ein Wechselrichter mit integrierter Ersatzstromfunktion. Bei Netzausfall trennt sich das System automatisch vom öffentlichen Netz und versorgt eine spezielle Notstromsteckdose. Tagsüber, wenn die Sonne scheint, können Sie damit Grundlasten wie Kühlschrank, Router oder Handyladegeräte betreiben.
Wichtig zu verstehen: Diese Lösung funktioniert nur bei Sonnenschein. Nachts oder bei bewölktem Himmel steht kein Strom zur Verfügung. Diese Funktion wird zwar häufig beworben, stellt aber im Alltag wegen der unsicheren Verlässlichkeit keine realistisch nutzbare Lösung dar.
2. Notstrom mit Batterie
Ein Batteriespeicher mit Notstromfunktion versorgt bei Netzausfall ausgewählte Verbraucher über eine separate Steckdose. Sie können Kühlschrank, Router oder Lampen anschließen - aber nicht das gesamte Haus.
Der Vorteil ist, dass diese Lösung auch nachts funktioniert. Problematisch jedoch: Die Nachladung durch die PV-Anlage ist technisch nicht möglich. Der Speicher entlädt sich also kontinuierlich. Je nach Speichergröße Verbrauch überbrücken Sie so realistisch 1–3 Tage.
3. Ersatzstrom für das gesamte Haus
Die Königsklasse ist ein System, das im Notfall nicht nur einzelne Steckdosen, sondern Ihr gesamtes Haus versorgt. Hier wird ein automatischer Netzumschalter (Transfer Switch) installiert, der bei Stromausfall das gesamte Hausnetz vom öffentlichen Netz trennt und auf Inselbetrieb umschaltet.
Vorteil: Sie merken den Stromausfall kaum. Licht, Heizung, Herd, alles funktioniert weiter, als wäre nichts gewesen. Manche Systeme schalten sogar so schnell um, dass von unterbrechungsfreier Stromversorgung (USV) gesprochen wird. Die Umschaltung erfolgt in so einem Fall so schnell, dass selbst Computer nicht abstürzen.
Nachteil: Diese Lösung ist technisch anspruchsvoller und kostet entsprechend mehr. Außerdem muss die Leistung Ihrer PV-Anlage und des Speichers auf Ihren Gesamtbedarf ausgelegt sein.
Was Sie in der Eifel wirklich absichern müssen – die praktische Perspektive
In Berlin bedeutet Stromausfall: keine Fernwärme, kein Fahrstuhl, keine U-Bahn. In unserer Region sind die Herausforderungen andere aber nicht weniger kritisch.
Die typischen Schwachstellen im Eifeler Einfamilienhaus
Wenn Sie in einem Einfamilienhaus zwischen Kaisersesch, Cochem oder Ulmen leben, sind das Ihre kritischen Verbraucher bei einem längeren Stromausfall:
Heizung: Die meisten Öl- und Pelletheizungen benötigen Strom für Steuerung, Pumpen und Gebläse. Ohne Strom bedeutet das: keine Wärme selbst wenn der Tank voll ist. Im Winter wird das schnell zum ernsthaften Problem, besonders mit Kindern oder älteren Familienmitgliedern im Haus.
Wasserversorgung: Auch wenn die Wasserversorgung in unserer Region gut ausgebaut ist, sind viele Haushalte auf elektrische Druckerhöhungspumpen oder Hauswasserwerke angewiesen – besonders in Hanglagen oder bei größeren Grundstücken. Ohne Strom bedeutet das: eingeschränkte Wasserversorgung im Obergeschoss oder Außenbereich.
Kühlung: Ein voller Kühl- und Gefrierschrank repräsentiert schnell mehrere hunderte Euro an Lebensmitteln. Nach 24 Stunden ohne Strom wird vieles unbrauchbar. Nach 48 Stunden ist praktisch alles verloren.
Kommunikation: Router, Telefon, Handyladegeräte – in einer Notlage ist Kommunikation mit Familie, Nachbarn oder Rettungsdiensten essentiell.
So dimensionieren Sie Ihr Notstromsystem richtig
Für ein typisches Einfamilienhaus in unserer Region empfehlen wir folgende Faustregeln:
- Minimale Absicherung (Notstromfunktion ohne Batterie):
- 400–800 Watt kontinuierliche Leistung
- Ausreichend für: Kühlschrank, Router, LED-Beleuchtung, Handyladegeräte
- Funktioniert nur bei ausreichender PV-Produktion
- Komfortable Absicherung (mit Batteriespeicher):
- 3–5 kW nutzbare Leistung
- 10–15 kWh Speicherkapazität
- Ausreichend für: alle oben genannten Verbraucher plus Heizung, Wasserversorgung, einzelne Kochgelegenheit
- Überbrückungsdauer: 2–4 Tage, je nach Verbrauch und Wetterlage
- Vollständige Absicherung (Ganzhaus-Notstrom):
- 5–10 kW kontinuierliche Leistung
- 15–20 kWh Speicherkapazität
- Überbrückungsdauer: 3–7 Tage, je nach Verbrauch und Wetterlage. Für eine langfristige Überbrückung wird im Winter ein zusätzlicher Erzeuger (z.B. Notstromaggregat) benötigt.
Wichtig: Ein Batteriespeicher ist nicht nur für den Notfall. Er kann Ihre Eigenverbrauchsquote noch weiter erhöhen. Sie nutzen also Ihren selbst erzeugten Solarstrom viel effizienter, sparen kontinuierlich Stromkosten und sind abgesichert.
Neuplanung und Nachrüstung: Wie Sie Ihr System notstromfähig machen
Ob Sie eine neue PV-Anlage planen oder Ihre bestehende Anlage aufrüsten möchten die Wege zur Notstromversorgung sind vielfältiger, als viele denken.
Neuplanung: Notstrom von Anfang an mitdenken
Wenn Sie aktuell eine neue PV-Anlage planen, sollten Sie die Notstromfähigkeit direkt berücksichtigen. Das spart später Kosten und Aufwand.
Die wichtigsten Entscheidungen:
- Wechselrichter mit Notstromfunktion wählen: Moderne Hybrid-Wechselrichter wie der Kostal Plenticore haben die Notstromfunktion bereits integriert. Die Mehrkosten gegenüber einem Standard-Wechselrichter liegen bei 500–1.500 Euro.
- Batteriespeicher einplanen: Auch wenn Sie den Speicher nicht sofort installieren, sollte das System darauf vorbereitet sein. So können Sie später problemlos nachrüsten.
- Elektrische Infrastruktur vorbereiten: Planen Sie bereits bei der Installation einen separaten Notstromkreis oder die Möglichkeit zur Ganzhaus-Versorgung ein. Nachträgliche Änderungen am Zählerschrank sind deutlich aufwändiger.
Nachrüstung: Wie Sie Ihr bestehendes System aufrüsten
Viele Hausbesitzer haben bereits eine PV-Anlage, oft installiert in den Jahren 2010–2015, als die Einspeisevergütung noch besonders attraktiv war. Die gute Nachricht: Auch diese Anlagen lassen sich häufig nachrüsten.
Schritt 1: Bestandsaufnahme Ihrer aktuellen Anlage
Zunächst müssen wir klären, was Sie bereits haben:
- Welcher Wechselrichter ist installiert? (Hersteller, Modell, Baujahr)
- Wie groß ist Ihre PV-Leistung?
- Wie ist die Dachausrichtung und gibt es noch freie Flächen?
- Haben Sie bereits einen Batteriespeicher?
- Wie ist Ihr Zählerschrank aufgebaut?
Diese Informationen bestimmen, welche Nachrüstoptionen technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll sind.
Schritt 2: Die technischen Nachrüstoptionen
Option A: Wechselrichter-Tausch
Wenn Ihr aktueller Wechselrichter älter als 10 Jahre ist, kann ein kompletter Austausch gegen ein modernes Hybrid-System sinnvoll sein. Moderne Geräte haben deutlich bessere Wirkungsgrade und integrierte Notstromfunktionen.
Vorteil: Sie erhalten ein komplett neues System mit Garantie und können gleichzeitig einen Batteriespeicher integrieren.
Nachteil: Der alte Wechselrichter ist zwar ein Wertverlust, aber oft ist diese Lösung langfristig die wirtschaftlichste.
Option B: AC-gekoppelter Speicher
Wenn Ihr bestehender Wechselrichter noch gut funktioniert, können Sie einen AC-gekoppelten Batteriespeicher ergänzen. Dieser wird parallel zu Ihrer bestehenden Anlage installiert und verfügt über eine eigene Notstromfunktion.
Vorteil: Ihre bestehende Anlage läuft weiter und es sind keine Änderungen z. B. an der Modulverschaltung notwendig die Einspeisevergütung bleibt unverändert.
Nachteil: Etwas geringere Effizienz durch doppelte Umwandlung (DC-AC-DC), höhere Systemkosten.
Schritt 3: Rechtliche und technische Rahmenbedingungen
Bei der Nachrüstung müssen verschiedene Vorschriften beachtet werden:
- Anmeldung beim Netzbetreiber: Änderungen an Ihrer PV-Anlage, besonders die Installation eines Speichers, müssen beim Netzbetreiber (in unserer Region meist Westnetz) angemeldet werden. Wir übernehmen diese Formalitäten für Sie.
- Technische Anschlussregeln: Das System muss die aktuellen VDE-Normen erfüllen, insbesondere VDE-AR-N 4105 für die Netzeinspeisung.
- Brandschutz: Batteriespeicher unterliegen besonderen Brandschutzbestimmungen. Nach der sogenannten Landesverordnung über den Bau von Betriebsräumen für elektrische Anlagen müssen Batteriesysteme in Rheinland-Pfalz mit einer Kapazität über 20 kWh in speziellen Batterieräumen installiert werden. Für kleinere Systeme gilt: fachgerechte Installation in geeigneten Räumen (z. B. nicht in Schlaf- und Wohnräumen)
- Versicherung: Informieren Sie Ihre Gebäudeversicherung über die Installation. Die meisten Versicherer stellen keine Probleme dar.
Fazit: Was Sie jetzt konkret tun sollten
Der Stromausfall in Berlin führt uns vor Augen: Versorgungssicherheit ist keine Selbstverständlichkeit. Während viele tausend Berliner im Dunkeln sitzen, können Sie jetzt handeln und sich für die Zukunft absichern.
Ihre nächsten Schritte:
Vereinbaren Sie ein kostenloses Beratungsgespräch mit uns. Wir kommen zu Ihnen nach Hause, schauen uns Ihre Situation vor Ort an und entwickeln eine maßgeschneiderte Lösung für Ihre Bedürfnisse.
Im Beratungsgespräch klären wir:
- Welche Notstromlösung optimal zu Ihrem Haus und Ihrem Bedarf passt
- Ob und wie Ihre bestehende PV-Anlage nachgerüstet werden kann
- Was die Investition konkret kostet und wie schnell sie sich amortisiert
- Wie der zeitliche Ablauf aussieht
Das Gespräch ist für Sie unverbindlich und kostenfrei. Sie erhalten eine ehrliche Einschätzung, ob eine Notstromlösung für Sie sinnvoll ist – und falls ja, welche.
Unser Versprechen an Sie:
- Ehrliche Beratung ohne Verkaufsdruck: Wir verkaufen Ihnen nur, was Sie wirklich brauchen, nicht was die höchste Marge bringt.
- Transparente Kostenkalkulation: Keine versteckten Kosten, keine Überraschungen.
- Fachgerechte Installation durch zertifizierte Elektriker: Qualität, auf die Sie sich verlassen können.
- Regionaler Ansprechpartner: Wir sind in Ihrer Nähe, wenn Sie uns brauchen.
Die Stromversorgung in Berlin funktioniert jetzt zwar wieder. Aber die Erkenntnis bleibt: Es kann jeden treffen, jederzeit.
Die Frage ist: Wollen Sie vorbereitet sein oder im Notfall im Dunkeln sitzen?
